NORDSEE-ZEITUNG Bremerhaven,
03.09.2001
Mit Feuerwerk
verabschiedet
Volksfeststimmung im Weserbad und stille
Genießer am Deich
Goldener Regen über der Weser. Mit einem großen Feuerwerk wurde am Sonnabend die "Norwegian Sun" aus Bremerhaven verabschiedet, die gegen 23 Uhr Richtung Southampton abfuhr. Allein im Weserbad waren über 1000 Gäste zur Bon-Voyage-Sommernachtsparty gekommen, um den Abschied zu feiern.
Bei niedrigen Temperaturen heizten die Black Beats den Besuchern kräftig ein. Die Stimmung war schon früh sehr ausgelassen, es wurde viel getanzt und gesungen. Ganz anders war die Situation am Weserdeich. Nur vereinzelte Menschen waren bei den herannahenden dunklen Wolken, die Regen versprachen, ans Wasser gekommen.
Familie Polixa hatte bereits um 20.45 Uhr eine Bank reserviert. In dicke Decken eingemummelt und mit Wein und Kerzen zum Wärmen, warteten sie schon früh auf den Kreuzliner. "Wir haben Bekannte an Bord und wollen das Schöne Schiff natürlich noch einmal sehen", sagte Anke Polixa.
Ansonsten aber gähnende Leere am Deich. Das änderte sich erst gegen 21.30 Uhr. Immer mehr Schaulustige tummelten sich auf der Promenade und hielten Ausschau nach dem Schiffsriesen. Die dunklen Wolken am Himmel störten die Bremerhavener nicht. Die Atmosphäre ist einfach toll hier", sagte Vera Meyer. "Gegen den kalten Wind hilft nur richtige Kleidung, aber das sind wir hier ja gewohnt", meinte die Bremerhavenerin.
Und Petrus hatte ein Einsehen. Als Schlepper die hell beleuchtete "Norwegian Sun" weseraufwärts zogen, wehte der kräftige Wind die dicken Wolken davon, es wurde sternenklar. Zwei Schlepper positionierten den Ponton auf der Weser, von dem das Feuerwerk abgeschossen wurde. Die Erwartungen der Schaulustigen stiegen.
Auch bei der Osnabrückerin Ilse Jentz, die mit Bekannten ins Weserbad gekommen war. "Die Atmosphäre hier ist toll und das Schiff ist ziemlich beeindruckend", sagte sie und schaute auf das Wasser, wo die "Norwegian Sun" Richtung Blexen geschleppt wurde. Lange mussten die Zuschauer am Deich und im Weserbad auf das Feuerwerk warten. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Als die Black Beats "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" spielten, schunkelten und sangen die Menschen auch am Wasser im Takt mit.
Dann gingen endlich die ersten Knaller in die Luft und buntes Licht erhellte die dunkle Nacht. Das farbenfrohe Spektakel dauerte 15 Minuten, in denen sich die "Norwegian Sun" wieder langsam Richtung Wesermündung bewegte. Nach dem Feuerwerk tuteten die Schlepper dem Kreuzliner zum Abschied hinterher. Der Schiffsriese antwortete mit seinem tiefen Typhon und fuhr los - Richtung Southampton. Bye, bye "Norwegian Sun". mna