NORDSEE-ZEITUNG Bremerhaven, 24.06.2006 |
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Huckepack-Schiff vom Lloyd |
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Überseehäfen (cb). Reparatur, Umbau, Fertigbau - das sind die Standbeine der Lloyd Werft. Gestern jedoch überraschte die Werft mit einem schwergewichtigen Neubau-Auftrag: Bis 2008 sollen zwei Dockschiffe entstehen, die für den Transport schwerer und sperriger Ladungen ausgelegt sind. Anders als bei dem kleinen Spezialbagger "Hol Blank", der vor zwei Wochen auf Kiel gelegt wurde, beschränkt sich die Werft bei diesem Auftrag allerdings auf ihre traditionellen Tugenden: die Ausrüstung der fertigen Stahlrümpfe. "Den Stahlbau haben wir an einen Unterauftragnehmer in Polen vergeben", sagt Werftchef Rüdiger Pallentin. Im zweiten Quartal 2007 werden die Kaskos aus Danzig in Bremerhaven erwartet, wo Rohrleitungen, Kabel, Maschinen, Kräne, Elektrotechnik und Crewkabinen eingebaut werden. Abgeliefert werden sollen die Neubauten im Januar bzw. Juni 2008. Die Schiffe sind auf den Transport sperriger Ladungen spezialisiert. So können sie zum Beispiel ein ganzes Binnenschiff huckepack nehmen und von Hafen zu Hafen transportieren. Zum Be- und Entladen kann das Dockschiff abgesenkt werden, so dass die Ladung über eine große Heckklappe ein- und ausschwimmen kann. Bis zu 11 000 Tonnen heben die Schwergewichte aus dem Wasser. Die Heckklappe eignet sich dabei nicht nur als Docktor, sondern auch als Rampe: So können LkW, Tieflader oder Trailer an Bord rollen. Daneben verfügen die Schiffe über drei Schwerlastkräne, mit denen bis zu 700 Tonnen schwere Maschinenanlagen oder andere Projektladung - zum Beispiel große Bauteile für Windräder - an Bord gehievt werden können. Außer schwerer und sperriger Fracht können die Huckepack-Schiffe auch herkömmliche Container oder massenweise Schüttgut transportieren. Diese Vielseitigkeit ist "ein Novum auf dem Schifffahrtsmarkt", versichtert die Reederei. So sollen Leerfahrten vermieden werden, "ein erheblicher Vorteil gegenüber herkömmlichen Schwergut- und Dockschiffen". Auftraggeber ist die dänische Reederei K/S Combi Lift, ein Gemeinschaftsunternehmen der Bremer Schifffahrtsgruppe Harren & Partner und der dänischen Reederei J. Poulsen Shipping. Bereedert werden sollen sie von Harren & Partner, einer 1989 von Kapitän Peter Harren gegründeten Reederei, die mittlerweile über 37 Schiffe verfügt. Anfang 2006 dockte erstmals ein Harren-Bulker bei der Lloyd Werft, was damals geheimnisvoll als Beginn einer "langfristigen Geschäftsverbindung" gefeiert wurde. Seit gestern ist klar, was mit dieser Ankündigung gemeint war. |
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