NORDSEE-ZEITUNG Bremerhaven, 17.09.2003

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Arbeit für 2.600 Kollegen

„Pride of America“ wird bereits ausgerüstet – Neuer Senator
besucht Lloyd Werft

Während die Stahlbau-Sektionen die Lücke zwischen Vor- und Hinterschiff der „Pride of America“ langsam füllen, wuchten andere Werftarbeiter schon die Kabinen an Bord. Es geht Schlag auf Schlag im Schwimmdock der Lloyd Werft. Aber alle warten darauf, dass das Schiff endlich zusammengezogen wird.

Rund die Hälfte der Lloyd-Werker ist auf dem Stahlkoloss beschäftigt, immerhin rund 160 Mann. Mit den Kollegen der anderen Ausrüstungsfirmen versorgt das Schiff rund 1.000 Menschen mit Arbeit. 2.600 werden es sein, wenn es an der Ausrüstungspier richtig losgeht. Als Termin hat Geschäftsführer Rüdiger Pallentin den 11. Oktober angekreuzt. Dann wird das Schiff ausgedockt und an die Pier gelegt. Dazu müssen die Teile, die zur Verlängerung des Schiffs um 25 Meter auseinander geschnitten worden waren, wieder verschweißt werden. 20 Zentimeter trennen das Vorschiff derzeit noch vom Rumpf. Am 27. September wird es auf dem Schlitten wieder ans Haupt geschoben.

16.000 Tonnen Stahl verwandeln sich ab dann in 33.000 Tonnen Luxusliner. Schon jetzt wird das Schiff zum Teil eingerüstet für den Anstrich. Und von den 900 Kabinen sind ein Viertel an Bord. Außerhalb des Schiffs zusammengebaut und dann ins Schiff verfrachtet. So geht es schneller. „Ein bewährtes Prinzip, das wir bereits bei der „Costa Victoria“ angewendet haben“, sagt Pallentin.

Erinnerung an Vulkan-Pleite

Bei dem Begriff „Costa“ zuckt Hartmut Perschau (CDU) zusammen. Der neue Senator für Wirtschaft und Häfen stattet der Werft seinen Antrittsbesuch ab. 1996 war er schon einmal für die Wirtschaft des Landes zuständig – und für die Abwicklung des Vulkan-Konkurses. Und dabei spielten die Aufträge für die Costa-Reederei auch eine Rolle.

Perschau schaut sich um auf der Werft, auch im Schwimmdock. Für den Stahlriesen, der über ihm schwebt, hat sein Ressort immerhin rund 13,5 Millionen Euro Schiffbauhilfe berappt. Etwas mulmig wird es ihm am Fuße des Kiels. „Wenn das jetzt herunterkommt, hat die Werft ein Problem“, sagt er angesichts der Stahlmassen, die sich über ihn und Werft-Geschäftsführung wölbte. „Das Land auch“, sagt Pallentin.

Die Schiffbauhilfe beschäftigt Perschau weiterhin. Gestern machte er sich nach dem Werftbesuch auf zur Konferenz der Wirtschaftsminister der Küstenländer. Perschau will sich für eine Verlängerung der Schiffbauhilfe einsetzen. Und für eine Ausdehnung auf Kreuzfahrtschiffe.