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NORDSEE-ZEITUNG Bremerhaven , 24.07.2002

Kreuzfahrer und riesige Kühlschränke
Schiffbau und mehr: Buch über Projekte der Lloyd Werft

Dass eine Werft Schiffe baut und umrüstet, liegt auf der Hand. Dass eine Werft aber auch Leitwerke für Flugzeuge herstellt oder riesige Kühlschränke für Orangensaft, sind Informationen, die sich in dem Buch "Projekte" über die Lloyd Werft finden.

Werftchef Werner Lüken zeigte sich gestern sehr angetan von dem Werk, das in spektakulären Bildern verschiedene Projekte seines Hauses dokumentiert und sich in anschaulichen Texten den Leitern dieser Projekte nähert.
"Wolfhard Scheer hatte da eine tolle Idee", sagte Lüken. Der Fotoredakteur der NORDSEE-ZEITUNG dokumentiert den Schiffbau in der Seestadt seit Jahrzehnten im Bild: vor wenigen Monaten hatte er Lüken vorgeschlagen, exemplarisch einen Querschnitt über die Werft zusammenzutragen. "Wir haben nicht eingegriffen", betonte Lüken.
NZ-Redakteur Dr. Jost Lübben übernahm den Texteil des Buches, sprach mit verschiedenen Menschen auf der Werft. Die Arbeit begann Ende April. "Die Werft war in dieser Zeit voll", erzählte Lübben. Das habe bedeutet, die Gespräche für das Buch auch zu eher ungewöhnlichen Tages- und Nachtzeiten zu führen. Herausgekommen sind viele spannende Kurzbiografien, die aber "stellvertretend für alle Mitarbeiter auf der Lloyd Werft stehen". betonte gestern Geschäftsführer Rüdiger Pallentin. Und Lüken ergänzte: "Bei uns wird kein Personenkult betrieben." Aber es sei einfach nicht möglich gewesen, jeden der 540 Mitarbeiter im Gespräch ins Buch zu bekommen, sagte der Werft-Chef.
Die Fotos des Bandes zeigen, was die Werft zu leisten in der Lage ist. Da wird der Kreuzfahrer "Norwegian Dream" auseinander geschnitten und verlängert oder ein Schaden an der "Maxim Gorkij" beseitigt. Da wird in nur 36 Tagen mit großem Aufwand aus der "Crown Princess" die "A'Rosa Blu". Aber auch die Sonderfertigung ist dokumentiert - wie die patentierte Fertigung von Schiffskabinen oder die Herstellung von Leitwerken für Flugzeuge des Airbus-Konzerns. Außergewöhnlich ist auch das Projekt, einen ehemaligen Massengutfrachter in einen riesigen Kühlschrank für Orangensaft umzubauen.
Scheer bedankte sich bei der Werftleitung und bei Lübben für die gute Zusammenarbeit. Früher hätte er Schiffe auf Fahrten begleitet. Aber inzwischen habe er für sich die Gewissheit, dass es "noch viel spannender" sei zu sehen, wie ein Schiff entsteht.