NORDSEE-ZEITUNG Bremerhaven ,
28.05.1999
Gleicher Bautyp spart
der Lloyd Werft Zeit
Neubau für NCL wird der "Norwegian Sky" ähnlich
sein
Klaus Rosche ist zuversichtlich, daß die Lloyd Werft und die Norwegian Cruise Line (NCL) in der kommenden Woche den Vertrag über einen Neubau unterzeichnen werden. "Wir hatten schon säckeweise Absichtserklärungen, aber das hört sich ziemlich konkret an", sagt der Betriebsratsvorsitzende der Lloyd Werft, der auch im Aufsichtsrat der Werft vertreten ist.
Es müsse jetzt auch
schnell losgehen, um den Neubau Mitte 2001 abliefern zu können, sagt Rosche. Die
Baunummer 109 wird in Form und Statik der "Norwegian Sky" ähneln. Allenfalls im
Detail seien Veränderungen möglich, sagt Rosche. Dadurch könne die Werft ihre
Erfahrungen nutzen und mindestens ein Jahr Vorlaufzeit einsparen. NCL bestätigte das,
allenfalls Design-Änderungen seien in diesem frühen Stadium noch möglich.
"Konkurrenzfähiges Angebot"
Die Lloyd Werft habe den Zuschlag erhalten, weil sie bislang hervorragende Arbeit geleistet
und konkurrenzfähige Angebote abgegeben habe, hieß es bei der Reederei. Rund 650
Millionen Mark wird der Neubau kosten (die NORDSEE-ZEITUNG berichtete), der
möglicherweise später unter dem Namen "Norwegian Sun" mit 2000 Passagieren
über die Meere kreuzen wird. Mit dem Neubau ist die Option auf ein weiteres Schiff
gleicher Größe verbunden, das rund 630 Millionen Mark kosten soll. Abgabetermin
für das zweite Schiff ist im April 2002.
Lloyd Werft und Reederei müssen nun die Finanzierung absichern. Dann gilt es, eine
Neubauwerft zu finden, die den Kasko herstellt. "Möglicherweise gab es schon
Vorgespräche, aber das ist mir nicht bekannt", sagte Rosche. Die Belegschaft sei
natürlich froh, über den in Aussicht gestellten Auftrag. Aber auch die
Grundüberholung des Zerstörers "Mölders" sorge für Auslastung. Die 109,
so Rosche, werde aber auch für Arbeit bei den vielen Zuliefer-Betrieben in Bremerhaven
sorgen, die mit der Werft zusammenarbeiten.