SONNTAGSJOURNAL der NORDSEE-ZEITUNG Bremerhaven, 09.07.2006

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„Werft ist bekannt für Termintreue“
Stena-Line lässt auf Lloyd-Werft zwei Fähren verlängern

(von Helmut Stapel)

Bremerhaven. Die Bremerhavener Lloyd-Werft hat einen Großauftrag erhalten. Die schwedische Stena-Line lässt auf der Werft zwei Fähren verlängern. Nach dem Umbau werden die beiden Schiffe die größten Fracht- und Passagierfähren der Welt sein.

Jeweils 240 Meter sollen die beiden Fähren nach dem Ausbau lang sein. Die „Stena Britannica“ wird um 50 Meter verlängert und die „Stena Hollandica“ um 30 Meter. „Damit wollen wir unsere Kapazitäten auf der Strecke Holland-England ausbauen“, so Firmensprecher Joachim Kenndahl. Nach dem Umbau können pro Schiff 900 Passagiere befördert werden. Bei voller Auslastung ergeben die geladenen Autos und Lkw eine Reihe von mehr als vier Kilometern Länge. Der Auftrag sei an die Lloyd-Werft vergeben worden, weil die Werft für ihre Termintreue international bekannt sei. „Außerdem liefern die Lloyd-Werker extrem gute Arbeit ab“, lobt Kenndahl die Werft schon im Vorfeld.

Moderneres Image
Als erstes Schiff soll die „Stena Britannica“ am 20. Januar nächsten Jahres auf der Lloyd-Werft eintreffen. In nur anderthalb Monaten soll die Fähre verlängert werden und auch ein komplett neues Innenleben erhalten – obwohl beide Fähren der Stena-Line erst Anfang 2000 in Süd-Korea gebaut worden sind. „Dieser Werftaufenthalt ist die optimale Gelegenheit, den Schiffen ein neues Outfit und moderneres Image zu geben. Der Geschmack der Passagiere ändert sich doch sehr schnell und das merken wir im Pendelverkehr mit kurzen Bordaufenthalten ganz besonders“, sagt Joachim Kenndahl. Unter anderem werden neue Kabinen, neue Restaurants und Bars in die Fähren eingebaut. Auch der Freizeit-Bereich mit Einkaufs- und Vergnügungsmöglichkeiten soll modernisiert werden. Eine Woche nach dem Auslaufen der „Stena Britannica“ soll am 12. März die „Stena Hollandica“ in Bremerhaven festmachen. Auch dieses Schiff wird im Dock auseinander geschnitten, auf Teflon-Schienen auseinander gezogen und verlängert. Die jeweiligen Sektionen für die beiden Fähren werden von einem Schwimmkran eingesetzt. Der Umbau der „Stena Hollandica“ soll am 4. Mai beendet sein.

Während die beiden Fähren nacheinander aus dem Liniendienst auf der Route Hoek von Holland-Harwich zur Verlängerung abgezogen werden, wird die entstandene Lücke im Pendelverkehr von einem anderen Schiff gefüllt. „Dabei handelt es sich um einen Neubau, der zurzeit noch in Arbeit ist. Wie dieses Schiff heißt, kann ich nicht sagen – weil es noch keinen Namen hat“, sagt Kenndahl.