THB Deutsche Schiffahrts-Zeitung, 25.06.2003

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„Pride of America“ erhielt Hecksektion
Verlängerung im Juli auf Schlitten im Dock


Bei der Bremerhavener Lloyd Werft gewinnt die im Dezember 2002 als „Project America“ begonnene Komplettierung des Kreuzfahrers „Pride of America“ zunehmend Kontur: Am Freitag setzte der Schwimmkran „Enak“ die von Stahlbau Nord im Bremerhavener Fischereihafen zugelieferte Hecksektion an den im Lloyd-Dock 3 liegenden Kasko, den die Norwegian Cruise Line (NCL) bzw. ihre Muttergesellschaft Star Cruises bekanntlich im vergangenen Jahr in den USA angekauft hatte und mit umfangreichen Materialpaketen nach Bremerhaven verschleppen ließ.

Wie berichtet, ist neben der Komplettierung des unvollendeten Rumpfes auch dessen Verlängerung von 256 auf gut 280 m geplant, die im Gegensatz zur früheren Verlängerungspraxis der Werft erstmals nicht durch Aus- und Einschwimmen der Schiffsteile, sondern im Dock erfolgen soll. Wie Werftchef Werner Lüken dem THB erläuterte, soll das Schiff dazu voraussichtlich am 19. Juli ausgeschwommen, Schlitten auf dem Dockboden platziert und der Kasko darauf anschließend weder trockengestellt werden. Nach dem Auseinanderbrennen werden die beiden Schiffsteile dann auf den Schlitten im Dock auseinandergezogen, um dann mit Schwimmkranhilfe die im Unterauftrag von SSW Fähr- und Spezialschiffbau in Bremerhaven gefertigten Sektionen für das 25 m lange Verlängerungsteil mittschiffs einsetzen zu können. Die endgültige Ausdockung des verlängerten Schiffes ist für Mitte September geplant. Anschließend erfolgt die Verholung an den Ausrüstungskai, wo die Fertigstellung der künftig 2.400 Passagiere fassenden „Pride of America“ erfolgt. Die Ablieferung des künftig dem Freestyle Cruising-Konzept der Reederei entsprechenden Schiffes, das u. a. neun Restaurants, drei Schwimmbäder und einen großzügigen Kinderbereich erhält und von dessen Kabinen 700 über einen eigenen Balkon verfügen werden, ist für Juni 2004 vorgesehen.
„Die Lloyd Werft ist für ihre gute Arbeit und Termintreue bei der Ablieferung bekannt“, zeigt sich Nicole Purwin, NCL-Marketingchefin für Europa, überzeugt von der Qualifikation der Bremerhavener Spezialisten. Die Erfahrungen mit der von ihnen ebenfalls komplettierten „Norwegian Sky“ und „Norwegian Sun“ seien derart gut gewesen, dass man wiederum eine Premierenfahrt ab und möglicherweise bis Bremerhaven plane. Die vergangenen beiden Premieren-Kurzreisen von der Columbuskaje nach Southampton seien „rasend schnell“ ausverkauft gewesen, was auch belege, dass sich die Region mit der Arbeit der Schiffbauer und ihrer Zulieferer identifiziere.
Wie berichtet, soll der Neubau ab 4. Juli 2004 für die als dritte Marke neben der NCL Freestyle-Flotte und den Orient Lines gegründete NCL America unter US-Flagge und mit US-Crew in Fahrt kommen und im Hawaii-Verkehr eingesetzt werden. Es ist der erst Neubau der Neugründung und auch der erste Kreuzfahrtschiffneubau unter US-Flagge seit 50 Jahren.