THB Deutsche Schiffahrts-Zeitung, 05.08.203

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Auf Schlitten im Dock auseinander gezogen

Eine ungewöhnliche Verlängerungsaktion findet derzeit im Dock 3 der Lloyd Werft in Bremerhaven statt. Wie mehrfach angekündigt, wurde der von NCL in den USA aus einer Konkursmasse angekaufte Rumpf des von der Lloyd Werft zu komplettierenden Kreuzfahrtschiffes „Pride of America“ am Sonnabend mittels einer Schlittenkonstruktion nach der Trennung des Kaskos mit sechs Hydraulikpumpen 26 m auseinander geschoben, um Sektionen zur Verlängerung um 25,5 m einsetzen zu können.
„ Das hat es bisher in der Welt noch nicht gegeben“, erläutert Projektleiter Hans Schulz (70) das Verfahren, das deshalb nötig wurde, weil – anders als bei früheren Verlängerungen – die beiden Schiffshälften nicht schwimmfähig sind. Das 150 m lange Vorschiff des rd. 300 Mio. Euro teuren Vier-Sterne-Schiffes hatte auf seinem mit Teflonscheiben und Gummi an der Oberfläche weich und flexibel gemachten Stahlschlitten nach fünf Stunden um 12:35 Uhr seine vorgesehene Position problemlos erreicht. Dazu mussten 11 000 t Stahl bewegt werden. In den nächsten Wochen werden in die entstandene Lücke die zugelieferten Sektionen eingesetzt, durch die sich u.a. die Passagierkapazität um 300 auf rd. 3200 Gäste erhöht.
Am 6. August wird mit der von SSW gefertigten 350 t schweren Doppelbodensektion das größte Bauteil eingesetzt. 16 Mal werden dann noch bis Mitte September Schwimmkräne zwischen beiden Werftbetrieben pendeln und Sektionen zwischen die beiden Schiffshälften setzen, die am 20. September zurück an die installierten Sektionen gezogen und anschließend mit ihnen verschweißt werden. Im Januar soll der Innenausbau des im April zu liefernden Schiffes begonnen werden.