Zeitung "Windrose", 3/02

zurück | back

Großauftrag schwimmt auf dem Atlantik

Norwegian Cruise Line lässt Rumpf aus den USA bei der Lloyd Werft zum Luxusliner ausbauen

Vollbeschäftigung für die Bremerhavener Schiffbauer: In Rekordzeit von 12 Monaten will die Lloyd Werft einen 259 Meter langen Schiffsrumpf zu einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff ausbauen. Der Clou: Der Rumpf wurde in den USA gebaut und quer über den Atlantik nach Bremerhaven geschleppt.
„Eigentlich ist das halbe Schiff schon da“, schmunzelte Lloyd-Chef Werner Lüken bereits, als im Dock noch keine Spur vom schwimmenden Riesen zu sehen war. Der Hintergrund: Zahlreiche Bauteile für den neuen Kreuzliner wurden in 476 Containern und zusätzlich mit fünf Schwerlastschiffen zur Werft gebracht.
Die Komplettierung auf der Lloyd Werft soll ihr glückliches Ende einer ansonsten eher unrühmlichen Geschichte werden. Das Schiff war ursprünglich von einer amerikanischen Reederei in den USA in Auftrag gegeben worden. Doch die Werft – eigentlich auf Marineschiffe spezialisiert – schrieb dabei nur Verluste. Und zu guter Letzt meldete auch noch die Reederei Konkurs an.
Inzwischen wurde der zu 40 Prozent fertig gestellte Stahlrumpf von der Norwegian Cruise Line (NCL) gekauft. Im harten internationalen Wettbewerb konnte die Lloyd Werft die Fertigstellungsorder schließlich für sich verbuchen. Dabei zählte sicherlich, dass NCL genau weiß, welche Qualität die Bremerhavener Schiffbauer liefern. Auf der Lloyd Werft entstanden schließlich unter anderem auch die beiden jüngsten Neubauten der Reederei, die „Norwegian Sky“ und die „Norwegian Sun“. Außerdem waren die NCL-Liner „Norway“, „Norwegian Dream“, „Norwegian Majesty“ und „Norwegian Wind“ bei den Bremerhavener Umbau-Spezialisten verlängert bzw. umgebaut.